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    Knoblauch ist gesund… But I hate it!

    Es ist jedesmal das Selbe.

    Im Restaurant bestelle ich einen gemischten Salat, und bemerke im Voraus: „Bitte, falls Knoblauch drin ist, bringen sie mir den Salat ohne Dressing und ich mach selber was mit Öl und Essig“.

    Die Kellner rümpfen schon die Nase und ich merke, sie mögen mich nicht. Sie finden mich kompliziert, eine Tussi oder denken ich spinne. Denn: Knoblauch geniesst den Status eines Gewürzgottes. Vor allem im eher alternativ angehauchten Ambiente gibts überall Knoblauch und danach zu stinken gehört quasi zur lässigen Rebellion gegen was auch immer.

    Manchmal wissen die im Restaurant auch nicht, was auf ihrer Speisekarte Knoblauch drin hat und was nicht. Missmutig gehen sie es dann für mich abklären und kommen vermeintlich siegesbewusst zurück mit der Antwort: „Es hat nur ganz wenig“.

    Tja, was soll man da sagen? Sagen die zu Vegetariern auch, „es hat nur ganz wenig Fleisch drin“ und wieso um Himmels Willen muss ich mich als Gast jedesmal rechtfertigen, dass ich mit keinen Knoblauch KEINEN Knoblauch meine?!

    Dann die verständnislosen Blicke der Mitessenden: “Was????  Du magst keinen Knoblauch? Ich liebe Knoblauch! Knoblauch ist ja soooo gesund und soooo fein!”

    Nein, sorry, ich hasse und verabscheue Knoblauch. Jedesmal, wenn ich mich mit jemandem traf, als ich noch Single war, und es zum romantischen Moment des Abschieds kam, musste mir nur ein Hauch dieses asozialen Unkrauts entgegenwehen und ich war nahe dran, mich zu übergeben. Ich mein, stellt euch vor, da will mich einer küssen und ich sag: “sorry, ich muess schnäll chotze”. Geht ja nicht oder? Also wand ich mich mit irgendeiner Ausrede aus der Situation raus und verabschiedete mich ohne Kuss.

    Die schlimmsten Krämpfe bekomme ich von frischgepresstem Knoblauch, will heissen, wenn sie das Unding quasi direkt in irgendein Dressing geben. Horror. Das sag ich euch. Ich stehe in der Nacht bis zu fünf mal auf, um mich zu übergeben und am Morgen wache ich mit diesem Ekelgeruch im Mund auf, der mich wiederum in gebeugter Haltung aufs Klo zwingt.

    Es wundert mich auch, dass es noch keine Deklarationspflicht dafür gibt. Da kauft man mir nichts dir nichts ein harmloses Käse Sandwich, um dann beim ersten Bissen festzustellen, dass dieses mit Boursin oder noch schlimmer mit Contadou “veredelt” wurde. DIE HÖLLE! Weil da handelt es sich um die perfideste Stinkform von Knoblauch – das Pulver! Echt, so grusig!

    In der Zwischenzeit weiss ich bereits in allen Restaurants in Zürich, was ich ohne Bedenken bestellen kann. Aber leider erstreckt sich meine Aversion offensichtlich auf alles, was das Wort “Lauch” beinhaltet. So auch der unsägliche Schnittlauch, der meistens absolut unnötig, lieblos und willkürlich über alles gestreut wird, am trostlosesten ist die Variante Spiegelei mit Tomate vom Treibhaus als Drittel geschnitten und, damit es weniger schlimm aussieht, viel Schnittlauch drauf. Ich sag euch, würg!!!! Also habe ich mir angewöhnt, auch immer zu fragen, ob beim Brunch Ei Schnittlauch drauf ist. Gottseidank klappt das recht gut.

    Wenn ich eingeladen werde, achte ich mich explizit auf den Geruch und versuche mich so sozial wie möglich zu verhalten, indem ich gewisse Sachen dann einfach auslasse und dafür beim Dessert dann die bin, die genussvoll schreit, “Schoggi isch soooo guet und so gsund”, während der grösste Teil sich in die allgemein akzeptierte Ausrede “ich bin halt nöd so ä süessi” flüchtet.

    Nein, der Knoblauch und ich, wir werden nie Freunde. NIE.

     

     

     

     

     

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